Bizibox : Never Catch Us Downtown

Die vorliegende Platte von Bizibox stellt zugegebenermaßen meinen Erstkontakt mit der Bonner Band dar, es wäre also dumm über große Entwicklungen zu schreiben. Überhaupt verhält es sich doch so: “Never Catch Us Downtown” klingt dermaßen komplett und angekommen, dass man über zukünftige Wege nur spekulieren kann. Ich meine, wo wollen Bizibox noch hin? An die Hall of Fame klopfen sie bereits lautstark.
Hier haben sich ein paar Musiker gefunden und ein Kleinod des IndieRocks geschaffen. Weil man die Begeisterung doch irgendwie wieder eindämmen muss, werden schnell nahe Verwandte gesucht, die Musikliebhaber und Fanzineschreiber richtigerweise im bluNoise-Umfeld (und namentlich Scumbucket) zu finden glauben. Namedropping, okay: Meine Konstante in diesem weit verzweigten Stammbaum sind die großartigen Failure, deren Platten still und heimlich im Untergrund so manche Band beeinflusst haben. So mit Sicherheit auch Bizibox. Die Ähnlichkeit besteht vor allen Dingen in der Herangehensweise: Man weiß nicht, ob es reine Schüchternheit oder bedachtes Understatement ist, aber kein Song auf dieser Platte drängelt sich nach vorne. Vielmehr verstecken sich die wunderschönen Melodien und Strukturen zunächst unter einer Schicht Lebensgefühl wie man sie nur zum Beispiel aus der Slacker- oder Shoegazer-Szene kennt. Dieses muss man als erstes mit Band und Album teilen, bevor sich einem die Hintergründe erschließen. Insofern sind Bizibox verdammt hinterlistig. Es gibt keine Spezialeffekte und auch keine Gebrauchsanweisung, welche die meisten Bands innerhalb des Songwritings beilegen, damit auch der Dümmste versteht, dass es ein Hit ist. Vielmehr haben die Bonner ihren Songs eine Art künstliche Intelligenz verpasst, die Melodien und Spannungsbögen ins Gehirn des Zuhörers projiziert. Ken Andrews (Mastermind von Failure) hätte seinen Heidenspaß hieran.
(Tumbleweed / Brokensilence)
