Girls in Hawaii : From here to there

Weite Felder, Wiesen gepaart mit wolkigen aber dennoch blauen Himmel. Das sieht man auf dem hübschen Digipack der Belgischen Formation Girls in Hawaii und das spürt man auch auf “From here to there”. Unter- und übermalt, mal mit blassen sanften Farben (“9.00 a.m.”, “Fontanelle”), mal mit starken harten Farben (“Flavor”) und zu guter Letzt mit allen Farben, die einem einfallen (“Bees & Butterflies”). Die Girls die eigentlich Boys sind haben natürlich wenig mit der Malerei zu tun, aber wenn man ihre Musik hört merkt man doch schnell, dass es doch zumindest um Lautmalerei geht. Und das sehr eindrucksvoll und vor allem sehr abwechslungsreich. Unterstützt wird diese Abwechslung durch eine reichhaltige Instrumentierung, da wird vor lieblichen Glöckchen, mehrstimmigen Gesang, Flöten und Pianoklimpereien kein Halt gemacht. Das ist Pop, das ist Atmosphäre und manchmal ist das eben auch rockig, aber alles passt und formt mit den Coverfotos eine Art Traumlandschaft, wofür Hawaii nur eine Metapher sein kann. Alles ist irgendwie bittersüß und manchmal auch sehr nüchtern vorgetragen: “I think I have a problem with myself. I’m sure you’ll be fine with someone else” (aus “Short song for a short mind”). Hier erinnert es ein wenig an die Beach Boys, im nächsten Moment hört man Grandaddy und ein bisschen schwingt auch der lebendige Geist von Singer-Songwriter Bonnie “Prince” Billy mit. Der Hidden Track “Joking about my Life” endet mit Herzklopfen (man darf sich jetzt fragen, ob diese musikalisch oder persönlich hervorgerufen wurden). Die Band verabschiedet uns mit einem “That’s easy”, dass sich nach vielen Wiederholungen so in den Kopf einfräst, dass der Kopf nach Repeat schreit, oder besser noch nach Fortsetzung.
Und jemand sagte letztens noch zu mir: “Hey das ist die Platte des Jahres. Definitiv!”.
Und ja… recht hat er.
(Hobby Deluxe / Indigo)
