(Pop Up Protokoll : Tag 1
Da ist sie wieder, die (Pop Up. Deutschlands charmanteste Indie-Messe, also so was wie Popkomm für die Guten, findet auch in ihrem vierten Messejahr wieder im Leipziger Süden statt. Drei, respektive vier Tage Diskussionsforen, Workshops, Messe und natürlich und am allerwichtigsten – Konzerte, Konzerte, Konzerte. Um die 60 Bands der verschiedensten Spielarten, von Elektro über “Comic-Pop” bis hin zu Noiserock wollen an diesen Tagen gesehen, gehört und entdeckt werden. Da hilft nur eins – Partyhopping!

Los geht es Donnerstag Abend in der Nato mit Koufax und Timid Tiger, welche eben genannten “Comic-Pop” vertreten. Leider reichen ein unglaublich süßer Name, tolle Frisuren und super Outfits nicht aus, um Songs mit Wörtern wie “Mississippi”, “Honolulu” und ganz viele “Girls” im Titel wirklich aufzuwerten. Auch das Gepose der fünf Kölner Tiger und die brav einstudierte Bühnenshow (inklusive Blumenkranz, Sonnenbrille und “Wir recken jetzt alle die Arme in die Luft wie John Travolta”-Bewegungen) können nicht überzeugen. Müsste man vielleicht noch mal betrunken versuchen.
Nachdem alle Hoffnungen in den Hauptact, Koufax aus Detroit, gesetzt wurden, enttäuscht dieser leider auch ein wenig. Vieles klingt gleich, wirklich eingängige Melodien lassen sich nicht finden, auch wenn die Band inklusive Keyboarder ihr Bestes gibt. Allein bei den letzten vier Songs wird die Pop-Maschine angeworfen und ein paar locker groovende Melodien aus dem Ärmel gerockt. Warum nicht gleich so?
Weiter geht es in Ilses Erika (für Leipziger: “Die Ilse”) zu Syd Matters aus Frankreich und Noël, die trotz französischen Namens aus Berlin kommen. Im (Pop Up-Programmheftchen (hier als PDF.) werden Noël als “Sonntagnachmittagsmusik” angekündigt, und so klingen sie auch: Knuffig, sympathischer Singer-Songwriter-Gitarrenpop mit Glockenspiel und ganz leise gesungenen Lyrics. Der junge Mann, der mich vorher in der Nato noch fragte, ob Timid Tiger schon gespielt hätten, steht jetzt mit Gitarre in der Hand auf der Bühne und haucht ins Mikro, während Jens Friebe im Publikum fachsimpelt und Linus Volkmann sich – vermutlich alkoholisiert – quietschend an den Arm eines anderen hängt. Das ist (Pop Up!
Zur Ilse-typischen aber eigentlich unmöglichen Zeit, nämlich 1:30 Uhr nachts, spielen dann auch Syd Matters, die etwas besinnlicher und weniger bodenständig als Noël wirken, sich ansonsten aber nicht sehr von ihrer Vorgängerband unterscheiden.
Mit der Party wird das nichts mehr heute und morgen ist auch noch ein Tag. Ab nach Hause.
Link:
www.leipzig-popup.de
