Gem : Tell Me What's New

Rock’n’Roll wird allerorten wieder groß geschrieben. Dreckig soll er sein. Schwitzen für zwei. Über Leben und Tod entscheiden. Philosophie sein, statt Hobby. Gem aus dem Niederländischen Utrecht sind Vertreter dieser nie wirklich verschwundenen Helden und profitieren vom neuen Aufkeimen medialen Interesses an ihrer Leidenschaft aber leiden gleichermaßen darunter. Fans wussten es schon immer, nun auch die Hochglanzmagazine. Wenn man sich das Album “Tell Me What’s New” (allein schon der Titel!) anhört, sieht man sofort ein, dass diese Jungs die läppischen, überbewerteten Libertines (who remembers?) an die Wand gespielt haben und das eigentliche Ereignis des Abends waren. Das blanke Entsetzen muss die Briten befallen haben, vielleicht war es auch der Moment, als die Auflösung dann unvermeidlich wurde. Gibt es Mando Diao eigentlich noch? Die nicht auch noch! Scherz beiseite: Gem rocken ziemlich cool daher, Tanzflächencrowd-Alarm galore, alles drin, alles dran. Ewige Retro-Nörgler haben sicher an allen Ecken was zu meckern, aber Spielfreude und heißer Schweiß sind meistens viel mehr wert. Wie das auf das Label Haldern Pop passt? Gute Frage. Die Antwort heißt wahrscheinlich Qualität. Und natürlich die Nähe zur Grenze. Da ist man sowieso der Meinung, dass sie es drüben besser verstehen zu rocken. Mit Ausnahmen, mag man da nach Hören des Gem-Albums zustimmen und noch etwas mit der rauen Stimme von Maurits Westerik hinterher grölen. Wunderschön abgehangen.
(Haldern Pop / Cargo)
links:
www.gemmusic.nl
