Squarewell : Two Toy Model
Keine Emo-Plattenkritik kommt inzwischen ohne Grundsatzdiskussion aus. Ja, es ist wahr, kein Genre wurde seit dem Grunge-Hype so sehr auf alles Artverwandte draufgepappt. Und ja, die Schnittmenge bei einer großen Anzahl dieser sogenannten Szenebands ist oftmals so groß, dass Newcomer es schwer haben, absolut unverwechselbar zu sein. Das ist es, worauf Kritiker schielen: Der Claim ist doch meistens, dass es wichtiger sei, keiner anderen Band zu ähneln, anstatt einfach gute Songs zu spielen. Einzigartig sind Squarewell aus Louisville wohl nicht, aber sie punkten in der zweiten, meines Erachtens viel wichtigeren Kategorie. Sie haben Songs auf Lager, die äußerst selten bis nie langweilen. Das sollte zwar Grundvoraussetzung sein, hat aber bisweilen Seltenheitswert. Mit zwei Handvoll meist offensiven Mid- und Uptempo-Nummern sind Squarewell definitiv Vertreter des weniger popaffinen Rocks, emotionaler HC-Prägung. Positiv fällt der gelungene Drahtseilakt zwischen Emotion und Pathos auf, bei dem die Band nie ins Wanken gerät oder gar abstürzt. Mit ordentlichem Drive und makellosem Songwriting positionieren sich Squarewell somit im oberen Mittelfeld und machen Hoffnung, dass ein Underground-Genre auch nach dem Mainstream-Hype weiter auf hohem Niveau solch gute Debütalben abwerfen kann.
(Millipede Records / Alive)
