Zuhause : Dinge an ihrem Platz

Um dieses Album zu genießen, müssen einige Hürden überwunden werden. Das sollte nicht verschwiegen werden. Da wäre zunächst der Name der Band. Macht mich gar nicht an! Aber kein Stück! Assoziiere ich Fahrstuhlmusik mit, ich weiß nicht warum, denn natürlich haben wir keinen Fahrstuhl zuhause. Klingt wie Treppe nicht besonders sexy. Zu alltäglich. Natürlich gehen meine Gedanken dabei völlig fehl, denn auslösen soll der Name natürlich etwas, wahrscheinlich Gemütlichkeit und Vertrautheit. Womit wir bereits bei Hürde zwei angelangt wären. Lars Poeck erzählt seine kleinen Alltagsgeschichten in einem zum Teil übertrieben gemütlichen und vertrauten Plauderton. Allzu gegenwärtige Texte und IndiePop vertragen sich nicht unbedingt, merke ich an dieser Stelle. Hallo Spex! Aber nicht nur dort. Von der Machart her erinnern Zuhause an die großartigen Monostars, die allerdings mit weit mehr Eleganz und intelligentem Wortwitz zu glänzen wissen. Während die Münchner zur Indie-Schule gingen, blieben die Wiesbadener lieber daheim. Das soll beileibe kein Veriss werden, denn irgendwie wird “Dinge an ihrem Platz” seinem Titel schon gerecht, doch es soll einen Wunsch nach mehr ausdrücken. Ihr vier könnt mehr, warum tut ihr es nicht?
Um hier noch ein paar Referenzen nicht ungenannt zu lassen – schließlich sortieren manche ihre Platten nach so was – soll noch erwähnt werden, dass Folke Jensen (of T. Rossmy fame) produziert hat und der von Rautenkranz Chris den letzten Feinschliff gab. An beidem gibt es nichts zu rütteln.
Und noch ein letztes Zitat, allerdings von einer anderen IndiePop-Band, hundertmal an die Tafel schreiben: Home is where the heart is.
(Reptiphon / DA Music)
