(Pop Up Protokoll : Tag 2
Pflichttermin am (Pop Up-Freitag: Der viel versprechende Hamburg-Abend mit clickclickdecker, Der Tante Renate und “Hamburgedelic” alias Plemo & Knarf Rellöm.
Den Einstieg macht Der Tante Renate (was für ein Name!), ein lustiger kleiner Mann mit drei Keyboards und einer Gitarre, dessen musikalische Wurzeln sich irgendwo zwischen Scooter und Slayer ansiedeln lassen. Eine knarzende, wumpernde Beatwelle walzt das tanzende Publikum im “Frühauf”-Club platt, begleitet von Metal-Gitarrenriffs und elektronischem Gefiepse. Ein äußerst eindringliches Erlebnis, vor allem wenn man ohne Gehörschutz direkt neben der Box steht. clickclickdecker dagegen geht eher ans Herz als in die Beine. Ich bin tief berührt von diesem Jungen mit der Gitarre, der abwechselnd im Plauderton Texte über seine Melodien vorträgt, nur um sich im Anschluss die Seele aus dem Leib zu schreien. Bitte nie mit Begleitband auftreten! Knarf Rellöm und Plemo brennen dann endgültig alles nieder. Da wird auf Boxen geklettert, geschrieen, (mehr oder weniger) synchron Parolen geshoutet – hier ist die Party, auf die wir gestern den ganzen Abend gewartet haben! Leider kriege ich davon gar nicht mehr so viel mit, denn ich bin mit einem Bein schon in der Ilse, wo der Partymarathon eine Fortsetzung finden soll.
Es ist inzwischen halb zwei Uhr nachts, als ich mich im Ilses Erika ein weiteres Mal bestempeln lasse, durch die extra-haltbare Tinte kann ich vermutlich noch in einem Monat die Ärmel hochkrempeln und von diesem Wochenende erzählen, wie Veteranen von ihren Kriegsverletzungen. Kissogram und NMFarmer haben ihre Auftritte schon hinter sich, scheinen das Publikum aber mächtig in Tanzlaune gebracht zu haben, wie es beim letzten Act Motormark zuckend und zappelnd beweist. Was an diesem Abend aber fast noch wichtiger ist als Tanzen: Leute gucken. Jens Friebe hängt schon wieder hier rum und fachsimpelt (Vermutung!), ich versacke mit Fanzinekollegen Daniel Decker (of Nillson.de-Fame) bei harten alkoholischen Getränken und der Herr Plemo drückt uns aus einem mir nicht offensichtlichen Grund einen Kuss auf die Backe, anstatt das “Hallo” von Daniel zu erwidern. Aber inzwischen sind ja eh alle betrunken. Auch das ist (Pop Up.
